Vitalwerte-Check

Kennt Ihr eigentlich die Vitalwerte Eures Hundes?

Vitalwerte sind bestimmte Messgrößen, anhand derer lebenswichtige Körperfunktionen überprüft werden. Die wichtigsten sind Atemfrequenz, Pulsfrequenz, Körpertemperatur und Blutdruck. Die ersten drei könnt Ihr bei Eurem Hund ganz einfach selbst überprüfen. Und es lohnt sich, das auch ab und zu tatsächlich zu machen.

Warum? Da gibt es mehrere Gründe. Aber einer der wichtigsten ist sicherlich, dass Ihr auf diese Weise ein Gefühl dafür bekommt, welche Werte bei Eurem Hund die „Normalwerte“ sind. Dann erst könnt Ihr logischerweise auch Abweichungen davon deutlich erkennen. Anders als der Mensch kann der Hund nicht sagen, dass er sich nicht wohlfühlt. Und all zu oft versteckt er es auch ziemlich gut. Nicht immer sind Anzeichen für eine Erkrankung klar zu erkennen. Und oft leider auch erst dann, wenn es wirklich schon schlimm ist.
Je mehr Ihr Euch aber mit Eurem Hund beschäftigt, desto eher seht Ihr auch kleine, schleichende Veränderungen. Eine Möglichkeit diese im Blick zu behalten ist es, in die übliche Routine der Körperpflege einfach auch die Überprüfung der Vitalwerte mit aufzunehmen.

Für die Überprüfung der Vitalwerte gilt:
Wenn Ihr sie längerfristig vergleichen wollt, dann führt sie immer durch, wenn Euer Hund enspannt ist und möglichst auch ungefähr zur gleichen Tageszeit.  Vielleicht am Abend, eine Weile nach dem letzten Spaziergang. Dann habt Ihr die beste Aussicht darauf, immer den Ruhewert ermittelt zu haben.

Natürlich kann es auch sehr interessant und aufschlussreich sein, die Werte einmal nach einer größeren Anstrengung zu überprüfen. Es ist spannend zu erkennen, wie sehr sich zum Beispiel intensive Nasenarbeit auf die Vitalwerte auswirkt.

Und so gehts:

Atemfrequenz
Das ist wirklich leicht. Ihr zählt einfach nur eine Minute lang die Atemzüge Eures Hundes, meistens deutlich erkennbar am Heben und Senken des Brustkorbs.

Pulsfrequenz
Hierfür sucht Ihr an der Innenseite des Oberschenkels in der Leistenbeuge nach der Oberschenkelarterie. Tastet mit Zeige- und Mittelfinger, bis Ihr die pulsierende Schlagader gefunden habt. Dann zählt Ihr die Pulsschläge eine Minute lang. Oder Ihr zählt nur 15 Sekunden lang und multipliziert das Ergebnis mit vier.

Temperatur
Das mögen viele Hunde nicht, aber mit ein wenig Bestechung klappt es meist viel besser, als man annimmt: Die Temperatur wird beim Hund überlicherweise im Po gemessen. Wichtig ist, dass Ihr das Thermometer ein wenig mit Vaseline oder Öl gleitfähig macht. Es wird dann ca. 2 cm weit eingeführt und festgehalten. Die Messdauer variiert, je nach Thermometer.
Natürlich könnt Ihr auch z.B. ein Ohrthermometer verwenden. Ein zuverlässiges Ergebnis liefert aber nur die Messung im Po.

Ihr seht, es ist eigentlich gar kein großes Ding.
Damit Ihr die Ergebnisse Eurer Messung festhalten könnt, habe ich eine kleine Tabelle zum Ausdrucken für Euch erstellt, die Ihr gerne für private Zwecke herunterladen, nutzen und auch weitergeben dürft. Ich habe eine vierte Zeile offen gelassen. Dort könnt Ihr eintragen, was immer für Euch außerdem noch beobachtungswürdig erscheint, beispielsweise das Gewicht Eures Hundes. Hier ist sie: Vitalwerte-Check

Was sind aber nun die „allgemeinen Normalwerte“?

Zur Atemfrequenz ist vorab zu sagen, dass diese nicht beim Hecheln festgestellt wird, sondern wenn der Hund normal atmet.
Hunde atmen 10 – 40 mal pro Minute. Tendenziell kann man sagen, dass kleine Hunde eine höhere Atemfrequenz haben als große Hunde.

Die Pulsfrequenz liegt bei großen Hunden etwa zwischen 70 und 100 und bei kleinen Hunden ungefähr zwischen 100 und 120 Schlägen pro Minute. Je kleiner und jünger der Hund, desto schneller sein Puls.

Die Körpertemperatur kann zwischen 37,5 und 39 Grad variieren. Spätestens mit 40 Grad hat Euer Hund Fieber.
Wichtig zu wissen: Welpen und junge Hunde haben oft eine etwas höhere Temperatur. Hier sind ca. 39,5 Grad die Obergrenze.

Aufregung, Stress, Anstrengung und Wetterverhältnisse können sich auf alle Vitalwerte auswirken.

Wie Ihr seht ist die Bandbreite, innerhalb der ein Wert als „normal“ bezeichnet wird, relativ groß. Gerade aus diesem Grund ist es gut zu wissen, was beim eigenen Hund der normale Ruhewert ist.

Viel Spaß beim Check!
Und wenn Ihr Fragen habt, dann fragt einfach.

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