Aktive und passive Bewegungsübungen

Bewegung hat eine ganz wesentliche Bedeutung für den Erhalt und die Wiedererlangung eines gesunden Körpers. Das ist beim Tier überhaupt nicht anders als beim Menschen. Bewegung regt nicht nur den Stoffwechsel und die Durchblutung an und trainiert das Herz-Kreislauf-System. Sie sorgt ebenso für den Erhalt von Knochen und Gelenkgewebe. Und auch die Gelenkbeweglichkeit und Geschmeidigkeit von Muskeln und Sehnen wird durch zielgerichtetes Bewegungstraining gefördert, ebenso die Koordination und das Körpergefühl. Durch Bewegung – vor allem an der frischen Luft – wird außerdem die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff deutlich verbessert.

All diese positiven Effekte macht man sich in der Physiotherapie zunutze, um die Rehabilitationszeit nach Erkrankungen zu verkürzen. So kann zum Beispiel nach Ruhigstellung von Gliedmaßen (z.B. nach Operationen oder aufgrund von Knochenbrüchen) durch gezielte Gangbildschulung schnellstmöglich wieder ein normaler Bewegungsablauf hergestellt werden. Damit wird vermieden, dass das Tier sich falsche Bewegungsabläufe und Schonhaltungen angewöhnt, und dadurch andere Bereiche des Körpers überlastet werden und Muskelverspannungen entstehen.

Es kann mittels bestimmter Übungen außerdem ganz gezielt Muskulatur aufgebaut werden, um bei Gelenkerkrankungen (z.B. HD, ED) eine bessere Lastverteilung und damit eine Entlastung der betroffenen Gelenke zu erreichen.

Außerdem trägt ein regelmäßiges moderates Bewegungstraining zum Muskulaturerhalt bei – gerade auch bei älter werdenden Hunden ist dies ein wichtiges Thema.

Aktive Bewegungsübungen sind alle Formen der Bewegungstherapie, bei denen das Tier selbst aktiv mitwirkt. Sie werden unterstützend zur Therapie von zum Beispiel

  • Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Störungen des Nervensystems
  • Lähmungserscheinungen
  • Herz-Kreislauf-Störungen

eingesetzt. Außerdem können Sie dabei helfen, eventuell vorhandenes Übergewicht auf gesunde Weise abzubauen.

Passive Bewegungsübungen hingegen bedeuten für den Hund bzw. die Katze keine eigene Aktivität. Hier werden die gezielten Bewegungen durch den Therapeuten am Tier ausgeführt. Die Wirkung von Dehnungen und passiven Bewegungsübungen wird unter anderem genutzt um

  • die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern
  • die Koordination und das Körpergefühl zu verbessern
  • die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern
  • bei bewegungseingeschränkten Tieren Muskelverkürzungen und Verspannungen vorzubeugen und
  • die Elastizität des Gewebes zu erhalten