Gibt es auch Risiken und Nebenwirkungen?

Wo eine gewollte Wirkung erzielt wird, gibt es fast immer auch ungewollte Wirkungen, die sogenannten „unerwünschten Nebenwirkungen“.

Bei der Blutegeltherapie kann es durch das im Speichel des Blutegels vorhandene Histamin zu allergischen Reaktionen wie leichten Schwellungen und Juckreiz kommen. Beides ist bei Tieren sehr selten und in der Regel nur von kurzer Dauer.

Nicht komplett auszuschließen ist eine Wundinfektion durch das Bakterium Aeromonas hydrophila oder eine Sekundärinfektion der Wunde, z.B. durch Kratzen oder Aufscheuern. Diese Risiken können allerdings äußerst gering gehalten werden: Einerseits muss der Therapeut in der Lage sein, die Behandlung sachgerecht und fehlerfrei durchzuführen. Hierzu gehört entsprechendes Fachwissen, welches auf verschiedenen Wegen erworben werden kann. Andererseits ist die Mitwirkung des Tierhalters ebenso wichtig: Dieser muss zum Beispiel nach der Behandlung sicherstellen, dass das Tier die Bisswunde nicht anknabbert oder sich diese aufscheuert. Deshalb ist die umfassende Aufklärung und Information des Tierhalters durch den Therapeuten wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ein hohes Risiko unerwünschter Wirkungen besteht, wenn eine Behandlung durchgeführt wird obwohl Kontraindikationen vorliegen. Aus diesem Grund ist es unbedingt wichtig, möglichen Erkrankungen und auch Medikamentengaben des zu behandelnden Tieres genau zu kennen.

Ich führe Blutegelbehandlungen nur in Zusammenarbeit und nach vorheriger Abstimmung mit Ihrem Haustierarzt durch!

Zur Risikominimierung gehört auch die erforderliche Sorgfalt bei der Beschaffung der Blutegel.
Züchter und Vertreiber von Blutegeln zum medizinischen Einsatz müssen als Arzneimittelhersteller anerkannt sein, denn der Blutegel gilt als „Fertigarzneimittel“. Diese Anforderungen erfüllt die Biebertaler Blutegelzucht, deren Blutegel in Apotheken erhältlich sind.