Die Methode

Sie entstand in den 50ziger Jahren durch den deutschen Masseur und Medizinischen Bademeister Willy Penzel (APM-Akupunkt-Massage nach Penzel), der nach therapeutischen Maßnahmen suchte, die er selbst an seiner schwerkranken Frau anwenden konnte, um sie zu heilen. Was ihm auch gelang. Heute wird die Akupunktmassage, die sich schon lange fest im Humanbereich etabliert hat, auch erfolgreich an Pferd und Hund praktiziert und erfreut sich auch in anderen europäischen Ländern großer Beliebtheit.

Die Akupunktmassage gehört zu den sogenannten ganzheitlichen Behandlungsmethoden und basiert auf Erkenntnissen aus der seit Jahrtausenden praktizierten Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz TCM). Ganzheitlich bedeutet, dass Diagnose und Therapie nicht nur symptombezogen betrachtet werden, sondern alle physischen und psychischen Auffälligkeiten ebenso wie die Lebensweise, das soziale Umfeld und der Lebensraum eines Individuums im Kontext zueinander Beachtung finden. Beim Hund spielen also neben der körperlichen und psychischen Verfassung auch Aufzucht, Haltung, Fütterung und Training eine Rolle.

So können sich zum Beispiel durchaus auch emotionale Faktoren und klimatische Einflüsse negativ auf innere Organfunktionen auswirken, während gestörte Organfunktionen wiederum reflektorisch Einfluss auf unsere Lebensweise und Psyche nehmen.

Die komplexen biophysikalischen Vorgänge im Organismus von Säugetieren werden durch verschiedene Systeme gesteuert und reguliert, wie zum Beispiel durch das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, den Verdauungsapparat, das Hormon- oder das Immunsystem, um nur einige zu nennen.

Meridiane am Hund

Meridiane am Hund

Nach Auffassung der chinesischen Medizinlehre gibt es ein all diesen Regulations- und Steuerungssystemen übergeordnetes Kontrollsystem, den sogenannten energetischen Kreislauf.
Die diesem Kreislauf innewohnende Kraft (Lebensenergie, Vitalität), von den Chinesen als Qi (gesprochen tschi) bezeichnet, zirkuliert in miteinander vernetzten Leitbahnen, den Meridianen, die sich über den gesamten Organismus erstrecken und ihn so versorgen.

Übrigens gelang es bereits in den 80ziger Jahren einem Pariser Arzt, einen Teil dieses Meridiansystems nachzuweisen und sichtbar zu machen.

Kann das Qi nun ungehindert durch alle Leitbahnen (Meridiane) fließen, befindet es sich also in einem harmonisch-dynamischem Fließgleichgewicht, so ist der Organismus gesund und leistungsfähig, denn ohne Energie gibt es kein Leben und keine Antriebskraft.

Durchlässigkeit der Meridiane = Schmerz- und Beschwerdefreiheit

Doch ein Organismus ist ständig äußeren und inneren Einflüssen ausgesetzt, denen er sich anpassen muss, was sich naturgemäß immer auch im übergeordneten und kontrollierenden Meridiansystem widerspiegelt. Treten innerhalb des Meridiansystems nun Veränderungen oder Störungen auf, die sich über die eigenen Regulations- bzw. Selbstheilungskräfte nicht mehr beheben lassen und über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, so entsteht Krankheit.

Das heißt auch, bevor sich eine Krankheit manifestieren und durch labor-diagnostische Parameter nachgewiesen werden kann, zeigt sich die Störung bereits auf der energetischen Ebene.
Und hier findet sich der Therapieansatz sämtlicher auf der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) basierenden Methoden: Stabilisierung und Harmonisierung des allen anderen Körperstrukturen übergeordneten, kontrollierenden und versorgenden Meridiansystems, bevor eine ernsthafte Erkrankung, sei sie nun physischer oder psychischer Natur, entstehen kann.
Die eigentliche Idee ist also die Gesundheit zu erhalten, statt die Krankheit zu therapieren.

Liegt jedoch bereits eine gesundheitliche Störung vor, kann ebenso erfolgreich über das Meridiansystem therapiert werden, da über den energetischen Kreislauf alle anderen Körpersysteme erreicht und beeinflusst werden können.

Aus diesem Grund eignet sich die Akupunktmassage mit ihrem breitgefächerten Wirkspektrum nicht nur zur Therapie von funktionalen Störungen und Erkrankungen, sondern wird in der Praxis vor allen Dingen auch präventiv eingesetzt, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie lässt sich außerdem hervorragend mit physiotherapeutischen Maßnahmen und schulmedizinischen Verfahren kombinieren, um Rehabilitationsphasen zu unterstützen und zu verkürzen. Davon profitieren Sport-, Dienst- und Familienhunde gleichermaßen.