Die Behandlung

Die Behandlung setzt, wie jede andere Therapie, eine Befunderhebung voraus. Im Falle der Akupunktmassage heißt das, dass sich der Therapeut zunächst ein Bild über den energetischen Zustand des Patienten macht. Es geht dabei nicht allein um das vordergründige Krankheitssymptom, sondern in erster Linie um Störungen im übergeordneten Meridiansystem.

Diese Störungen sind gekennzeichnet durch eine Über- und Unterversorgung bestimmter Areale mit Qi (gesprochen tschi). Da das Qi eine relative Konstante ist, welches über seine Leitbahnen, die Meridiane, durch den Organismus zirkuliert, bedingt ein Zuviel (Fülle) an einer Stelle zwangsläufig ein Zuwenig (Leere) an anderer. Es wird also nach Fülle- und Leerezuständen gesucht, die sich entlang der Körperoberfläche anhand von wärmeren oder kälteren Arealen erspüren lassen.

Einen klassischen Füllezustand kennzeichnet in der Regel ein akutes, plötzlich auftretendes Problem, wie zum Beispiel eine lokale Entzündung, eine Prellung oder auch Fieber. Man kann hier gewissermaßen von einer Qi-Konzentration sprechen.

Anders der Leerezustand. Seine Symptomatik baut sich über einen längeren Zeitraum auf und er ist gekennzeichnet durch eine energetische Unterversorgung bestimmter Areale, weil mehr Qi verbraucht wird, als zur Verfügung steht oder weil ungenutzte, kaum beanspruchte Bereiche weniger mit Qi versorgt werden. Darunter fallen zum Beispiel alle degenerativen Gelenkerkrankungen, aber auch eine unsachgemäße, qualitativ nicht ausreichende Fütterung, die wesentlich mehr Energie im Verdauungsprozess verbraucht, als letztendlich durch die Nahrung wieder zugeführt wird.

Fülle oder Leere – der Patient spürt vor allem eins, nämlich einen mehr oder weniger intensiven Schmerz oder starkes Unwohlsein.

Um das Qi beeinflussen zu können und die Zirkulation innerhalb des Meridiansystems wieder anzuregen und zu harmonisieren, also einen gleichmäßigen Durchfluss und damit Beschwerdefreiheit zu gewährleisten, werden nun Meridianverläufe und einzelne Akupunkturpunkte mittels eines Metallstäbchens nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten stimuliert (massiert). Für sehr empfindliche Individuen kann hierfür auch ein Pinsel verwendet werden. Auch der Einsatz einer Farblichtlampe ist denkbar, wobei man sich hierbei die Schwingungen einzelner Farben zunutze macht, um den Qi-Fluss zu harmonisieren.

Manchen von Ihnen wird es jetzt an dieser Stelle vielleicht „zu bunt“; doch bereits 1903 wurde einem dänischen Arzt der Nobelpreis in Medizin (nicht in Esoterik) verliehen, der sich mit der sogenannten Lichttherapie auseinander gesetzt hatte. Selbst Johann Wolfgang von Goethe verfasste ein Werk „Zur Farbenlehre“. Sicherlich bestreitet niemand das Image einzelner Farben, zum Beispiel steht Rot für Vitalität, Lebensfreude und Energie, im Gegensatz zu Blau, was auf uns eher einen beruhigenden, kühlen Eindruck macht. Grün ist die Farbe der Natur und steht für neues Leben, während Gelb und Orange stimmungsaufhellend und freundlich auf uns wirken. Und genau diese Wirkungen macht man sich auch therapeutisch zu Nutze, denn Licht und jede Form der Materie (auch unser Organismus) besteht aus Schwingungen – einem ständigen Fluss von Energie – und hier schließt sich der Kreis wieder. Somit können Farben nicht nur über die Netzhaut des Auges registriert werden, sondern auch über die Haut.

Bei der Akupunktmassage geht es also in erster Linie um den energetischen Zustand in einem bestimmten Gebiet. Therapiert wird dann generell mit tonisierenden Reizen in energetisch unterversorgten Bereichen, das heißt, es wird solange eine sogenannte Energieverlagerung (von Zuviel nach Zuwenig) vorgenommen, bis das Qi wieder gleichmäßig durch alle Meridiane (Energieleitbahnen) zirkulieren kann.

Durch die Akupunktmassage werden also keine Krankheiten im eigentlichen Sinne behandelt, sondern die der jeweiligen Symptomatik zugrunde liegenden Energieflussstörungen!

Solange also Organe und Strukturen noch nicht zerstört sind, kann auf Befindlichkeits- und Funktionsstörungen durch die Aktivierung der körpereigenen Regulationskräfte positiv eingewirkt werden. Diese Regulationskräfte in die richtigen Bahnen zu lenken, ist eine der Aufgaben des APM-Therapeuten.