Körperarbeit zum Ausprobieren III

Wie versprochen zeige ich Euch heute eine weitere Übung aus der Serie „Körperarbeit zum Ausprobieren“.

Wenn Ihr die ersten beiden Übungen bereits ausprobiert habt, dann habt Ihr sicher schon eine gute Vorstellung davon, wie leicht oder schwer es für Euren Hund ist, mit den Vorder- oder Hinterpfoten auf einem erhöhten, vielleicht sogar wackeligen Untergrund „einfach“ nur still zu stehen.

Bevor ich Euch eine weitergehende Übung zeige möchte ich aber kurz einen Schritt zurück gehen, und Euch noch einmal ans Herz legen, Euren Hund bei den Übungen ganz genau zu beobachten. Eine stabile und gerade ausgerichtete Körperhaltung ist sehr wichtig. Wenn Ihr nicht sicher seid, ob das so ist, dann schickt mir einfach eine kurze Video-Sequenz oder ein Foto, und ich schaue es mir gerne einmal an.

Warum ist das stabile, gerade ausgerichtete Stehen so wichtig und warum sollten die Pfoten gleichmäßig belastet werden?
Die Übungen – auch wenn sie leicht aussehen – fordern den Körper Eures Hundes ganz anders und viel intensiver, als die üblichen Bewegungsabläufe im Alltag. Deshalb müssen wir verantwortungsvoll darauf achten, dass der Hund sich dabei keine Fehlhaltungen oder einseitigen Haltungen angewöhnt, die dann im weiteren Verlauf möglicherweise noch verstärkt werden und so zu (einseitigen) Überlastungen führen.
Die bisher gezeigten Übungen sollten Euch ein Bild davon verschaffen, ob Euer Hund eine gewissen Zeit ohne Fehlhaltungen in ungewohnten Positionen verharren kann. Achtet also bitte immer ganz besonders darauf, ob das gut klappt. Es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, dass ein Hund eine Position nicht stabil und gerade halten kann. Sprecht mich gerne an, wenn Ihr Fragen dazu habt.

Nun aber genug der Vorrede, hier kommt die dritte Übung, wie immer für gesunde Hunde:

Dieses mal geht es nicht um das Verharren in nur einer Position. Es kommt also ein wenig Bewegung in die Sache.

Ihr beginnt damit, dass Ihr – wie schon bei Übung I – Euren Hund mit den Vorderpfoten auf einen erhöhten* Gegenstand lockt. Ob Ihr einen festen oder wackeligen Gegenstand verwendet, macht Ihr bitte davon abhängig, wie sicher und stabil Eurer Hund steht. Bereitet ihm das gerade Stehen auf einem wackeligen Gegenstand Schwierigkeiten, dann nutzt bitte für diese Übung einen stabilen Gegenstand.
Sobald Euer Hund in Position ist, bringt ihn bitte ins „Sitz“. Wichtig: Die Vorderpfoten bleiben dabei auf dem erhöhten Gegenstand stehen!

Anschließend lasst Ihr Euren Hund wieder aufstehen, und auch bei dieser Bewegung bleiben die Vorderpfoten auf dem erhöhten Gegenstand stehen.

Das ist nicht ganz leicht, aber probiert es einfach mal aus. Ihr könnt Euren Hund mit einem Leckerchen in die gewünschte Position locken, oder aber – wenn Ihr zum Beispiel mit Klicker oder Marker arbeitet – auch versuchen, den Bewegungsablauf frei zu formen.
Den Wechsel vom Stehen ins Sitzen und wieder zurück ins Stehen könnt Ihr 2 – 4 mal wiederholen, aber auf jeden Fall nur so oft, wie es Eurer Hund in gerader Haltung kann!

Beobachtet auch hier jetzt wieder sehr genau:
Achtet darauf, ob Eurer Hund bei der Positionsveränderung seine Vorderpfoten gleichmäßig belastet. Und bei der nächsten Wiederholung achtet Ihr auf die Hinterpfoten. Gibt es eine Tendenz nach links, oder nach rechts? Ist der Rücken, die Wirbelsäule Eures Hundes bei der Übung gerade ausgerichtet, oder erkennt Ihr eine Neigung zur Seite?

Weil die Vorderbeine erhöht stehen, ist das Gewicht Eures Hundes bei dieser Übung stärker auf die Hinterbeine verlagert, dies allein erfordert bereits eine gewisse Muskelarbeit in diesem Bereich. Durch das Hinsetzen und wieder Aufstehen, im Groben ungefähr vergleichbar mit einer Kniebeuge beim Menschen, wird die Muskulatur und das Körpergefühl der Hinterbeine besonders gefordert. Die Übung ist durchaus anstrengend für Euren Hund, vor allem dann, wenn er gleichzeitig auch noch einen wackeligen Untergrund mit den Vorderpfoten ausgleichen muss. Verlangt also nicht zu viel und achtet darauf, dass Eurer Hund mit Freude dabei ist.

Macht Ihr mit? Dann freue mich wenn Ihr berichtet, wie es Euch und Euren Hunden mit der Übung ergangen ist. Fotos oder Filmsequenzen wären auch klasse!

 

 

* Bei dieser Übung sollte der erhöhte Gegenstand nicht höher sein, als das Karpalgelenk Eures Hundes. Das Karpalgelenk ist im Prinzip das „Handgelenk“. Beim Pferd wird das gleiche Gelenk „Vorderfußwurzelgelenk“ genannt. Ich habe Euch auf dem nachfolgenden Foto Monas Karpalgelenke rot markiert:

 

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