Ausflug in die Anatomie: Das Kreuzbein

Als ich gefragt habe ob Ihr hier ab und zu etwas über Anatomie lesen wollt, hatte ich vor allem an solche Dinge gedacht, die auch im Alltag eine praktische Bedeutung haben. Ganz praktisch wird es, wenn es um das Wachstum unserer Fellfreunde geht.

Die Frage, wann die Entwicklung eines Hundes abgeschlossen ist, ist allerdings nicht so einfach zu beantworten. Die Entwicklung und das „ErWachsen werden“ findet schließlich auf mehreren Ebenen und sowohl körperlich als auch geistig statt. Weil dies ein sehr umfangreiches Thema ist, werde ich es in kleine, mundgerechte Stücke zerlegen. ;-)

Beginnen möchte ich heute mit einen zuerst dreiteiligen und später einteiligen Teil der Wirbelsäule des Hundes: Wir reden über das Kreuzbein!
Oder wie die Lateiner sagen würden: Os Sacrum.

Vorab zur Orientierung hier ein kleines Bild, welches Euch die verschiedenen Bereiche der Wirbelsäule zeigt. Die Wirbelsäule des Hundes besteht aus sieben Halswirbeln, dreizehn Brustwirbeln, sieben Lendenwirbeln, drei Kreuzwirbeln und schließlich ca. 20-21 Schwanzwirbeln.

Das Kreuzbein ist deshalb ein besonders interessanter Bereich der Wirbelsäule, weil es nicht von Beginn an verknöchert ist. Es besteht zunächst aus drei einzelnen beweglichen Kreuzwirbeln, die dann im Laufe der körperlichen Entwicklung miteinander verschmelzen und verknöchern. Dadurch steigert sich ganz deutlich die Stabilität in diesem Bereich der Wirbelsäule, und erst mit Abschluss der Verknöcherung kann der Hund seine volle Fortbewegungskraft „auf die Straße“ bringen.

Die Kraftübertragung, also der Vorschub in der Bewegung erfolgt durch die Hinterbeine, über das Becken und das berüchtigte Iliosacralgelenk (oder auch Kreuz-Darmbeingelenk – dazu irgendwann später mal mehr) auf das Kreuzbein, und damit auf die Wirbelsäule.

In Perfektion funktioniert die Kraftübertragung also erst dann, wenn das Kreuzbein stabil verknöchert ist. Und auch die volle Belastbarkeit ist erst dann gegeben.
Klingt logisch, nicht wahr?

Diese Verknöcherung benötigt Zeit. Beim Hund ist sie erst nach ca. 1,5 Jahren vollends abgeschlossen. Beim Pferd dauert es sogar noch viel länger, nämlich vier bis fünf Jahre.

Bitte denkt daran, wenn Ihr mit Eurem Hund Sport treiben wollt.

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